Die Entwicklungsgeschichte der Senkrechtstarter

Wenn ein Fluggerät die Fähigkeit besitzt, senkrecht zu starten und senkrecht wieder zu landen und das ganz ohne Start- und Landebahn, so werden es als Senkrechtstarter oder auch VTOL-Flugzeug, bezeichnet. Der Begriff VTOL steht für »Vertical Take-Off and Landing« und umfasst alle Fluggeräte, mit den Fähigkeiten senkrecht zu starten und auch wieder zu landen. Hermann Wieking zeichnet den langen, schwierigen und spannenden Weg der Entwicklungsgeschichte der VTOL-Flugzeuge nach.

Hawker Siddeley Harrier im Schwebeflug (Bild Wikipedia).

Streng genommen sind Drehflügler wie Hubschrauber und Tragschrauber (Gyrokopter) ebenfalls VTOL-Flugzeuge. Jedoch wird der Begriff in erster Linie für Starrflügler, bei denen nach dem Übergang vom Senkrechtstart in den Vorwärtsflug der Auftrieb durch das Tragwerk erzeugt wird, herangezogen. Der Übergang vom Vertikal- in den Horizontalflug wird auch als Transition bezeichnet. Bei den Drehflüglern wird der Auftrieb größtenteils durch den Rotor erzeugt. Es gibt jedoch Ausnahmen, die mit einem auftriebsunterstützenden Tragwerk ausgestattet sind. Drehflügler sollen jedoch nicht Gegenstand dieser Ausführungen sein.

Historie 
Lediglich gerade mal 19 Jahre nach dem ersten Motorflug des Wright-Flyers der Gebrüder Wright flog am 11. November 1922 das erste zuverlässig senkrecht startende und landende Luftfahrzeug mit der Bezeichnung Oehmichen No. 2, das von Etienne Oemichen gebaut und geflogen wurde. Dem Franzosen gelang es mit seinem Quadrokopter-ähnlichen Fluggerät, senkrecht abzuheben und auch wieder zu landen.

Lockheed Martin F-35B Lightning II (Bild Lockheed-Martin).

Weiter in der Geschichte finden sich sporadisch Namen von Konstrukteuren, die sich an diesem anspruchsvollen Vorhaben versucht haben. Darunter Frank Vogelsang oder Henry Berliner, die einen konventionellen Doppeldecker und Dreidecker mit zusätzlichen Rotoren ausrüsteten. Bereits im September 1930 patentierte Georg Lehberger seine Lehberger Flying Machine, die mit zwei kippbaren Rotoren ausgerüstet senkrecht starten und landen sollte. Es blieb jedoch bei einem Entwurf.

So auch das Reichsluftfahrtministerium (RLM), das einen Entwurf für einen Objektschutzjäger mit VTOL-Eigenschaften verlangte. So entstand auf dem Reißbrett das Modell Focke-Achgelis Fa 269 – ein aus heutiger Sicht für damalige Verhältnisse bemerkenswertes Projekt. Das Konzept sah vor …

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in JetPower 4/2019

Kommentare sind geschlossen.